»BONI KIDS«

Das Bonifatiuswerk unterstützt Katholiken in Regionen, in denen sie eine religiöse Minderheit bilden. Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum. Seit 2009 setzen wir Printmedien im Bereich Corporate Publishing um – darunter das Kindermagazin »boni kids«.

 

Mit dem Magazin erscheint vierteljährlich ein Heft für kleine und große Christen: Kinder im Grundschulalter können hier mit viel Spaß mehr über ihren Glauben erfahren. Ergänzende Magazinbeilagen laden dazu ein, selbst aktiv zu werden und das Heft kreativ mitzugestalten. Es kann gebastelt, gemalt, gestöbert und entdeckt werden.

LEISTUNGEN

TEXT + INHALTLICHE KONZEPTION

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

Kindermagazin

+ Inhaltliche Konzeption und Ausarbeitung des Magazins

+ Redaktion

+ Verfassen der Texte

»WISSEN RUND UM...«


WISSEN RUND UM ORT

 

Als »Ort« bezeichnet man einen ganz bestimmten Platz, an dem sich etwas befindet. Das kann ein einzelner Gegenstand sein oder auch eine ganze Stadt. Aber auch Plätze, an denen etwas Besonders passiert ist oder noch passieren wird, nennen wir »Orte«.

 

+ 32 GPS-Satelliten umkreisen unsere Erde. Damit kann man jeden Ort auf der Welt ganz genau angeben.

 

+ Manche Ortsnamen gibt es mehr als einmal. Vier Orte in Deutschland und ganze 17 Orte in den USA heißen alle Frankfurt.

 

+ Am 15. Juli wird der WM-Pokal dem neuen Fußballweltmeister übergeben. Bis dahin befindet er sich in einem Safe an einem geheimen Ort in der Schweiz.

 

+ Einer der heiligsten Orte für uns Christen ist die »Grabeskirche« in Jerusalem. Sie wurde auf den Stellen gebaut, an denen Jesus gekreuzigt und begraben wurde.

+ Der kürzeste Ortsname der Welt lautet »Y« . Der Ort liegt in Frankreich und heißt so, weil seine Straßen ein Ypsilon ergeben.

+ Für »Toilette« haben wir noch viele andere Wörter – wie Klo, WC oder auch »stilles Örtchen«.

+ »Eldorado« ist ein sagenumwobener Ort, der nur aus Gold bestehen soll. Viele Menschen haben ihn schon gesucht, aber niemand hat ihn bisher gefunden. Am 15. Juli wird der WM-Pokal dem neuen Fußballweltmeister übergeben. Bis dahin befindet er sich in einem Safe an einem geheimen Ort in der Schweiz.

+»Aitutaki« ist eine kleine Insel in der Nähe von Neuseeland. Auf ihr gibt es 20 Kirchen für 2.000 Einwohner. Auf der ganzen Welt gibt es keinen Ort, der mehr Kirchen pro Einwohner hat.

BEISPIELTEXTE

(VOR-)LESEGESCHICHTE:

ANTONS SCHLÜSSEL
ZUM VATIKAN

EIN SOMMERLICHES ABENTEUER IN ROM

 

Es ist das erste Wochenende der Sommerferien. Anton ist auf dem Weg zu seinem Opa und sieht aus dem Autofenster. Antons Mutter war den ganzen Tag so geheimnisvoll. Irgendwas haben sie und Opa doch geplant! Aber verraten will sie nichts. In Gedanken spielt Anton mit der Kette um seinen Hals. Daran baumelt ein alter Schlüssel. Das ist sein besonderer Glücksbringer, und er hat ihn immer dabei. Er spürt das kalte Metall und die geschwungenen Verzierungen unter seinen Fingern. Er blickt durch das Loch im Griff des Schlüssels und sieht, wie die Bäume am Straßenrand vorbeiziehen. Er denkt daran zurück, wie er den Schlüssel zusammen mit seinem Opa gefunden hat, als er noch ganz klein war. Sie haben Piraten gespielt und wollten gerade ihre selbst gebastelte Schatzkiste verbuddeln. Da kam aus der weichen Erde plötzlich der Schlüssel hervor. »Wow, der gehört bestimmt zu einer echten Schatzkiste!«, freute sich Anton damals. »Opa, was kann man damit aufschließen?« »Weißt du, Anton: Der wichtigste Schlüssel ist immer der eigene Blickwinkel«, meinte sein Opa und guckte durch das Loch im Schlüsselgriff: »Ho, Piraten! Ich habe etwas entdeckt: Wir entern nun die Kombüse! Oma hat den Kuchen fertig.« Seitdem hat ihm sein Schlüssel immer geholfen, Verborgenes zu entdecken, Geheimnisse zu ergründen und Rätsel zu knacken. Sein Schlüssel gibt ihm einen besonderen Blick auf die Dinge.

 

Die Überraschung

 

Endlich sind sie da. Opa Peter steht schon vor dem Haus und winkt ihnen zu: »Das Abendessen ist schon fertig, kommt rein!« Es gibt knusprige Bratkartoffeln mit Spiegelei. Typisch Opa! Pappsatt und glücklich sitzen die drei nach dem Essen am Tisch und genießen die Abendsonne. Da schiebt ihm sein Opa einen unscheinbaren Umschlag zu. Ob das der Grund für die Geheimnistuerei ist? Anton öffnet ihn vorsichtig. Drinnen liegen Flugtickets. »Häää?«, sagt Anton, der gar nichts mehr versteht. Seine Mutter muss kichern. »Sag du es ihm, Peter!« »Ich habe beim Kreuzworträtsel gewonnen. Ihr fahrt für drei Tage nach Rom. Zum Vatikan!«, verkündet sein Opa. »Vielleicht treffen wir sogar den Papst!«, platzt es aus seiner Mama heraus.

 

Das Rätsel der Reise

 

Sein Opa wird geheimnisvoll: »Ich möchte aber, dass du hinter die goldene Fassade guckst. Was ist das, was dann bleibt?« »Was dann bleibt? Was meinst du damit?«, fragt Anton verwirrt. »Der Vatikan ist ja ein Gebilde, von Menschen gemacht. Vor allem für Politik. Aber da gibt es ja noch mehr ... Du musst nach dem ›Warum‹ suchen«, meint Opa Peter und guckt nachdenklich in die Ferne. Als Anton noch mal nachhaken will, wehrt sein Opa ab: »Ich möchte, dass du deine eigenen Antworten findest. Du weißt doch: Das Wichtigste ist der Blickwinkel!« Und damit beginnt Antons Sommerabenteuer im Vatikan. Den Flug und die erste Nacht im Hotel haben Anton und seine Mama gut überstanden. Die warme Sommersonne steigt höher, und die beiden planen ihren Tag. »Ich versuche ja, Opas Rätsel zu knacken. Aber wo sollen wir bloß anfangen?«, meint Anton und dreht dabei seinen Schlüssel zwischen den Fingern. »Hmm, also ich würde beim Papst anfangen. Ich meine, deswegen gibt es den Vatikan doch schließlich, oder?«, überlegt seine Mama. »Was macht der Papst eigentlich genau, Mama?«, fragt Anton. »Ich glaube, der hat ganz viele wichtige Aufgaben. Lass uns das mal nachgucken.« Sie öffnet ihren Laptop und meint kurz darauf: »Also, hier steht: Der Papst ernennt hohe Ämter in der Kirche, verfasst wichtige Texte und Verordnungen, ist verantwortlich für den Vatikan und versucht, zwischen den Ländern zu vermitteln.« »Hmm, okay. Opa meinte aber, es gibt noch mehr als Politik. Wollen wir los? Vielleicht fällt mir was ein, wenn ich den Vatikan mit eigenen Augen sehe«, schlägt Anton vor. 

 

Der Petersdom

 

Bevor sie aber den Vatikan betreten können, müssen sie eine lange Menschenschlange und einen Wachposten hinter sich lassen. Dann sind sie endlich drin, im Petersdom, einer der größten Kirchen der Welt. Anton ist sprachlos! »Hier im Reiseführer steht: Der Dom ist 133 Meter hoch. Er bietet Platz für 60.000 Menschen«, verkündet ihm seine Mama. Anton ist noch ganz erschlagen von so vielen Eindrücken. Vielleicht hilft ihm ein Blick durch seinen Schlüssel? Er entdeckt Statuen, goldene Schriftzüge und bunte Gemälde. Plötzlich bleibt sein Blick an einem schlanken goldenen Kreuz hängen. Das steht auf der Spitze von einer Art riesigem Dach über dem Altar. »Da müssen wir hin!«, meint er und navigiert seine Mama durch die Kirche.

 

 

Der erste Hinweis

 

»Guck mal, Mama. Da geht es ja runter!«, staunt Anton, als er die zwei Marmortreppen sieht, die in die Tiefe führen. »Ja, da ist das Petrusgrab. Da wurde der heilige Petrus begraben. Ihn hat Jesus damals zum ersten Papst gemacht.« »Ich glaube, da haben wir was! Etwas, was allem hier zugrunde liegt!« »Sind dir eigentlich schon die vielen Schlüssel aufgefallen? Könnte das auch ein Hinweis sein?«, meint Antons Mama, als sie an einer riesigen Statue von Petrus vorbeikommen. Plötzlich klimpert es hinter ihnen. Ein Mann öffnet eine Klappe, um an verborgene Lichtschalter zu kommen. Und zwar mit dem größten Schlüsselbund, den Anton je gesehen hat! Der Mann bemerkt Anton, der ihn wohl angestarrt haben muss. »Ahhh, ti piacciono le chiavi!«, meint er auf Italienisch. »Oh, Entschuldigung, wie bitte?«, fragt Anton schüchtern. »Oh, Deutsche!«, freut sich der Mann. »Du interessierst dich für Schlüssel?«, fragt er auf Deutsch und deutet auf Antons Halskette. »Ja, genau! Ich versuche, das Geheimnis des Vatikans zu entschlüsseln!« »Vielleicht kann ich dir helfen! Ich bin schließlich der Schlüsselhalter des Vatikans.« »Oh, wow! Kennen Sie etwa alle Türen und Schlösser?«, fragt Anton aufgeregt. »Alle«, ist die klare Antwort. »Warum hat Petrus eigentlich immer zwei Schlüssel?«, will Anton wissen. »Das ist eine spannende Geschichte! Es bedeutet, dass der Papst weltliche Macht, aber auch geistliche Macht hat«, erklärt der Schlüsselhalter. »Und deshalb sind die zwei Schlüssel auch auf der Flagge vom Vatikan, oder?«, meint Anton. »Ja, genau! Du bist ein guter Beobachter. Guck dir doch mal die Geschichte der Petrus-Schlüssel an. Ich muss jetzt weiter. Ciao!«, verabschiedet sich der Schlüsselhalter.

 

Schlüssel zum Herzen

 

Anton und seine Mutter verbringen einen wundervollen Tag im Vatikan: Sie besteigen die Kuppel des Petersdoms und durchwandern die Gärten. Abends fallen sie auf das Sofa im Hotel. »Der Schlüsselhalter meinte heute, ich soll noch mal die Geschichte von Petrus nachlesen.« Seine Mama schnappt sich den Laptop und liest vor: »Jesus sagte: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.« »Jesus! Das ist der nächste Hinweis. Wir müssen wieder in den Vatikan! Aber morgen«, sagt Anton gähnend. Antons Mama liest ihm noch Geschichten aus Jesu Leben vor, über Barmherzigkeit und Liebe. Am nächsten Morgen ist es besonders heiß. In den Vatikanischen Museen drängen sich die Menschen. Anton ist immer noch auf der Suche nach einem Zeichen. Was war das Besondere an Jesus? Sie kommen in den »Sala degli Animali«, einen Raum, komplett voll mit Tier-Statuen. Endlich haben sie einen Moment Zeit, um zu verschnaufen. Um sie herum sind Hunderte Augen, Mäuler und Pfoten. Alles scheint im Kampf erstarrt zu sein. Anton wirft einen Blick durch seinen Schlüssel und sieht gefährliche Löwenzähne, knurrende Hundeschnauzen und scharfe Adlerschnäbel. Plötzlich entdeckt er eine Statue, ganz anders als alle anderen: ein Lamm. »Mama, guck mal, das Lamm da! Das gefällt mir.« »Ach, echt? Ich hätte gedacht, dir gefällt der gefährliche Löwe hier!«, meint die Mama. Aber Anton ist endlich nah an der Lösung des Rätsels: »Ist das Lamm nicht auch ein Zeichen für Jesus? Guck doch mal, wie stark es aussieht, obwohl es so sanft ist. Jesus hat die Menschen durch sein Herz gesehen. Damit hat er die Herzen berührt. Das war seine Stärke. Und das ist der Blickwinkel, den Opa immer meinte! Ich glaube, das ist der Schlüssel zu allem!«

  • BOK+Gärtner
  • BOK+Gärtner